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Hintergrund & Mythen · Wissen

Spart nofollow Crawl-Budget?

Die Idee klingt ökonomisch: nofollow an die Links in unwichtige Ecken, und der Crawler verbringt seine Besuche auf den Seiten, die zählen. Die Realität widerspricht an beiden Enden – und die meisten Sites hatten nie ein Crawl-Budget-Problem.

Seit der Hinweis-Ära 2020 darf ein nofollow-Link ohnehin gecrawlt werden; und URLs werden über viele Wege entdeckt – Sitemaps, andere Links, Historie. Ein Hinweis auf einem Pfad lenkt wenig.

Wer das Problem wirklich hat – und die Werkzeuge, die es wirklich lösen

Erst die Kalibrierung: Crawl-Budget – die Zahl der URLs, die eine Suchmaschine pro Zeitraum von Ihrer Site abruft – wird zum praktischen Thema für sehr große Sites (denken Sie in hunderttausenden URLs) und für Shops, deren Filter-Kombinatorik nahezu unendliche Parameter-Räume erzeugt. Eine typische Firmenseite, ein Blog, eine Plugin-Site wird bequem vollständig gecrawlt; deren Budget zu „optimieren“ optimiert einen Nicht-Mangel. Warum nofollow selbst dort schlecht lenkt, wo das Thema real ist: Das Attribut ist ein Hinweis, ein Entdeckungsweg unter vielen, und es richtet nichts aus für URLs, die der Crawler schon kennt – ein Parameter-Dschungel bleibt für immer bekannt. Die Werkzeuge, die Crawling wirklich steuern, in Arbeitsreihenfolge: robots.txt-Disallow-Regeln stoppen das Abrufen ganzer Pfad- und Parameter-Muster rundheraus (das eine echte „nicht crawlen“-Instrument – mit der Notiz, dass eine gesperrte URL als nackter Verweis trotzdem im Index auftauchen kann); saubere Informationsarchitektur lässt den Dschungel gar nicht erst entstehen – kuratierte Filterseiten statt jeder Kombination, Canonicals, die Varianten einsammeln; noindex entfernt Seiten aus dem Index, wo das das eigentliche Ziel ist (gecrawlt, dann verworfen – die Meta-Robots-Nachbarfrage sortiert die Paare); und eine aktuelle Sitemap plus schnelle Antwortzeiten zeigen dem Crawler die wertvollen Seiten und lassen ihn mehr davon pro Besuch holen. In diesem Werkzeugkasten hat nofollow schlicht keinen Crawl-Job – sein Job ist die Bürgschaftsfrage, und den macht es gut. Diagnose vor Therapie, wie immer: Die Crawl-Statistiken der Search Console zeigen, was tatsächlich abgerufen wird; „zu viel Crawling von Unsinns-URLs“ ist ein robots-und-Architektur-Befund, kein Attribut-Befund.

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