Hintergrund & Mythen · Wissen
Link-Attribut vs. Meta-Robots-nofollow – was unterscheidet sie?
Dasselbe Wort, zwei Ebenen: rel=„nofollow“ sitzt an einem einzelnen a-Tag und zieht eine Stimme zurück; meta name=„robots“ content=„nofollow“ sitzt im head einer Seite und zieht jede Stimme zurück, die die Seite abgibt – Skalpell gegen Vorschlaghammer.
Beide sind in der modernen Ära Hinweise, und beide existieren auch als HTTP-Header (X-Robots-Tag) – nützlich für PDFs und andere Nicht-HTML-Dateien.
Wann welche Ebene passt – und das beliebte Paar, das meist ein Fehler ist
Das Link-Attribut ist das Alltagswerkzeug, denn Bürgschaft ist eine Pro-Link-Frage: dieser Kommentar-Link nein, jener Quellen-Link ja – differenzierte Politik ist sein ganzer Sinn, und siteweite Durchsetzung mit Ausnahmen (der Plugin-Ansatz) automatisiert genau diese Differenzierung. Das seitenweite Meta-nofollow beantwortet eine andere, viel seltenere Frage: „Soll irgendein Link dieser Seite als meine Empfehlung zählen?“ – vertretbar für vollständig nutzergenerierte Seiten ohne Moderationsmöglichkeit, auto-generierte Aggregationen oder Archiv-Ecken zweifelhafter Erbmasse; selbst dort erledigt Pro-Link-ugc/nofollow meist denselben Job ehrlicher und mit weniger Kollateral. Das Paar, das die meisten eigentlich meinen, dreht sich ums Indexieren – womit nofollows stärkeres Geschwister noindex ins Spiel kommt, samt der beliebten Kombination noindex,nofollow, die ihre Warnung verdient: Seiten, die aus dem Index bleiben, sollen ihre internen Links üblicherweise trotzdem weitergeben (Navigation fließt durch sie hindurch!), weshalb noindex,follow der vernünftige Standard für gefilterte Listen, Tag-Seiten und dünne Nutzseiten ist – das zusätzliche nofollow kappt den internen Kreislauf ohne Gewinn; der praktische Unterschied ist über die Jahre geschrumpft (lange genoindexte Seiten verblassen ohnehin als Linkquellen), aber das härtere Paar absichtlich zu wählen braucht weiterhin einen Grund. Die Werkzeugreihe komplett: robots.txt regelt das Abrufen (die Crawl-Budget-Frage), noindex das Erscheinen, nofollow – auf beiden Ebenen – das Bürgen; die meisten „Robots-Probleme“ lösen sich, sobald diese drei Verben getrennt bleiben. Und der X-Robots-Tag-Header trägt all das zu Nicht-HTML-Dateien – so bekommt ein PDF sein noindex.
Fakten kompakt
- Ebenen: rel=nofollow = ein Link; Meta-Robots-nofollow = jeder Link der Seite.
- Die Seiten-Ebene ist selten richtig – Pro-Link-ugc/nofollow erledigt den Job mit weniger Kollateral.
- Vernünftiger Standard zur Index-Kontrolle: noindex,follow – zusätzliches nofollow kappt den internen Kreislauf.
- Drei Verben, drei Werkzeuge: Abrufen = robots.txt · Erscheinen = noindex · Bürgen = nofollow.
- X-Robots-Tag: Die Header-Variante bringt alle Direktiven zu PDFs und anderen Nicht-HTML-Dateien.