Praxis · Wissen
Wie prüft man, welche rel-Werte die eigenen Links tragen?
Drei Zoomstufen, drei Werkzeuge: der Element-Inspektor für einen einzelnen Link, der Seitenquelltext für eine Seite, ein Crawler für die ganze Site – jedes beantwortet eine andere Frage.
Die klassische Falle vorweg: Beurteilt wird das gerenderte Frontend, nie die Editor-Ansicht – Editoren zeigen das gespeicherte HTML, während Attribute typischerweise beim Rendern ergänzt werden.
Nach jeder relevanten Änderung verifizieren: Plugin-Updates, Template-Wechsel, neue Erweiterungen, die Links ausgeben.
Die drei Stufen in der Praxis
Stufe eins, der einzelne Link: Rechtsklick → Element untersuchen öffnet die Live-Sicht des Browsers auf das DOM; das a-Tag zeigt seine rel- und target-Werte, wie der Browser sie tatsächlich sieht – die schnellste Antwort auf „hat meine Regel diesen Link erfasst?“. Hier löst sich auch die Editor-Falle auf: Joomla-Content-Plugins (unseres eingeschlossen) verarbeiten das Artikel-HTML beim Rendern – der Beitragseditor zeigt den Link also berechtigterweise ohne Attribute, während das Frontend sie trägt; verschiedene Schichten, beide sagen über ihre Schicht die Wahrheit. Stufe zwei, die Seite: Quelltext anzeigen (Strg+U) plus eine Suche nach rel= auditiert alle Links einer Seite auf einen Blick – nützlich nach dem Konfigurieren, um das Muster an einem echten Beitrag zu bestätigen (Externe markiert, Interne unangetastet, die Bypass-Ausnahmen intakt); die Demo-Fälle dieser Website taugen dabei als Soll-Referenz. Stufe drei, die Site: Ein Desktop-Crawler läuft jede Seite ab und exportiert alle Links mit rel-Werten und Zielen in eine filterbare Tabelle – die Stufe, auf der man die vergessenen Ecken findet: die alte Landingpage von 2019, den Partner-Link im Template-Footer, das nie auditierte Widget-Modul. Lohnende Filter dort: externe Links ohne jede rel-Markierung (Kandidaten fürs Netz), externe Links mit follow (sollten exakt Ihren bewussten Ausnahmen entsprechen) und interne Links mit nofollow (sollten null sein – die Nachbarfrage erklärt warum). Rhythmus: die drei Stufen nach jeder Plugin- oder Template-Änderung, der Crawl zusätzlich ein-, zweimal im Jahr – Attribute driften leise, und für leises Driften gibt es Routinen.
Fakten kompakt
- Stufe 1 – Inspektor: die Live-DOM-Antwort für rel/target eines einzelnen Links.
- Falle: Der Editor zeigt gespeichertes HTML – Attribute kommen beim Rendern; beurteilt wird das Frontend.
- Stufe 2 – Quelltext + Suche nach rel=: eine Seite auf einen Blick auditiert.
- Stufe 3 – Site-Crawler: alle Links exportieren, filtern nach unmarkierten Externen, Follow-Externen, internem nofollow.
- Rhythmus: nach jeder Plugin-/Template-Änderung, plus jährlicher Voll-Crawl.