Hintergrund & Mythen · Wissen
Disavow vs. nofollow – was ist der Unterschied?
Die beiden werden verwechselt, weil beide sagen „für diesen Link bürge ich nicht“ – aber sie zeigen in Gegenrichtungen: nofollow ist ein Attribut an Links auf Ihrer Site nach draußen; Disavow ist eine Datei über Links auf fremden Sites zu Ihnen.
Das eine ist Alltagshygiene, das andere ein Notfallinstrument: Die meisten Sites werden nie eine Disavow-Datei brauchen – das sagt Google selbst.
Was Disavow wirklich ist, wann es angezeigt ist – und die Fehler, die man auslässt
Disavow ist eine Textdatei mit Domains und URLs, hochgeladen über das Disavow-Tool der Search Console, die Google sagt: Bitte ignoriere bei der Bewertung meiner Site die Links aus diesen Quellen. Ihr gedachtes Publikum ist schmal – Betreiber mit belastetem eingehendem Profil, das sich an der Quelle nicht bereinigen lässt: eine Vergangenheit gekaufter Links (eigene Sünden oder eine geerbte Domain), eine Spam-Attacke, die tausende toxische Links auf Sie richtet, eine Agentur-Altlast im Backlink-Export entdeckt. Selbst dann lautet die dokumentierte Reihenfolge: erst Entfernung (die verlinkenden Sites anschreiben), Disavow nur für das, was nicht sterben will – und der begründete Auslöser ist im Kern eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links oder klare Schema-Belege in der eigenen Historie, nicht allgemeines Unbehagen. Warum Zurückhaltung der offizielle Rat ist: Algorithmen ignorieren die meisten Müll-Links längst von selbst, das routinemäßige „alles Hässliche disavowen“-Ritual verbrennt also vor allem Stunden – und sein echtes Risiko ist Selbstschädigung, denn eifriges Filtern verstößt auch seltsam aussehende, aber legitime Links und kappt echten Wert ohne Gegenwert. Das saubere Denkmodell für beide Werkzeuge nebeneinander: nofollow ist präventiv und ausgehend – Alltagshygiene, die das CMS erzwingt, damit die eigene Site nie empfiehlt, was sie nicht empfehlen sollte (das ist der Plugin-Job); Disavow ist reaktiv und eingehend – der Feuerlöscher hinter Glas, genutzt nach dokumentierten Vorfällen, idealerweise nie. Wer doch zum Löscher greift, koppelt ihn an die eigentliche Reparatur: den Linkkauf beenden, die Bereinigung dokumentieren – denn Disavow lindert ein Symptom, und Suchmaschinen benoten die Krankheit.
Fakten kompakt
- Richtung: nofollow = ausgehendes Attribut an Ihren Links; Disavow = eingehende Liste über fremde Links zu Ihnen.
- Charakter: Alltagshygiene vs. Notfallinstrument – die meisten Sites brauchen Disavow nie.
- Begründeter Auslöser: manuelle Maßnahme oder dokumentierte Schema-Historie – nicht allgemeines Unbehagen.
- Reihenfolge: erst Entfernung, Disavow für den Rest – und parallel die Ursache reparieren.
- Eifer-Risiko: Legitime Links zu verstoßen kappt echten Wert ohne jeden Gewinn.